von Oliver Gabriel, WST, 16.05.2019

René Penz: Stadtteil in geplanter Größe würde Wedel überfordern / Konzentration auf Wohnungsbau in wesentlich kleinerer Dimension gefordert

WEDEL NORD: Für die WSI ist das Projekt überdimensioniert. Sie fordert ein deutlich kleineres Wohngebiet im Altstadtnorden. Grafik: Stadt Wedel

WEDEL Schon früh hat sich die WSI gegen das Mega-Wohnungsbauprojekt Wedel Nord ausgesprochen. Jüngste Entwicklungen in Sachen Infrastruktur und Finanzen waren für die Fraktion ausschlaggebend, nun die nächste Stufe ihres Widerstands zu zünden. Für die kommende Ratssitzung am 23. Mai haben die Sozialen einen Antrag auf Planungsstopp für das Vorhaben gestellt, bei dem rund 1000 neue Wohnungen zwischen Pinneberger und Holmer Straße entstehen sollen. Stattdessen solle Wedel auf eine deutlich kleinere Lösung setzen, heißt es in dem Papier.

Die WSI hat dafür das Gebiet zwischen Voßhörntwiete, Bündtwiete und Steinberg, das etwa Quartier I von Wedel Nord entspricht, im Auge. Hierfür solle ein B-Plan aufgestellt werden, der überwiegend Geschosswohnungsbau mit einem Anteil von mindestens 30 Prozent des geförderten Wohnraums – bezogen auf die Nettowohnfläche – ermöglicht, heißt es in dem Antrag. Die Planung für Wedel Nord dagegen solle gänzlich eingestellt werden.

Schon die fiskalische Wirkungsanalyse zu Wedel Nord habe gezeigt, dass das Projekt die Stadt überfordere, führt die WSI in ihrer Begründung an. „Seit der Erstellung hat sich die Finanzlage der Stadt weiter verschlechtert“, schreibt der WSI-Vorsitzende René Penz auch mit Blick auf die „kritische Höhe“ des Schuldenstands der Stadt. Nicht geplante Belastungen wie die fällige Sanierung des JRG-Unterstufentrakts, für die erste Kostenschätzungen zwischen 4,4 und 9,3 Millionen Euro veranschlagen, würden Wedel zusätzlich belasten. Hinzu komme auch der beschlossene Verzicht auf Straßenausbaubeiträge. „Ein neuer Stadtteil in der geplanten Größe von Wedel Nord würde unsere schöne Stadt sowohl in sozialer, ökologischer als auch wirtschaftlicher Sicht überfordern“, konstatiert Penz als planungspolitischer Sprecher der WSI. Penz führt zudem Rückschläge bei der geplanten Erschließung an. Wie berichtet hatten Gespräche im Verkehrsministerium ergeben, dass die geplante Nordumfahrung nicht als Erschließungsstraße dienen kann. Wedel werde daher andere Formen der Erschließung prüfen, hieß es im März aus dem Rathaus.

Ein kleineres Gebiet könnte auch über das bestehende Straßennetz erschlossen werden, stellt die WSI als Vorteil ihrer Position heraus. Zudem könne zeitnah benötigter bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Und ein Verzicht auf die Gesamtplanung Wedel Nord sei aufgrund geringerer Kosten zugleich ein Beitrag zur Haushaltskonsolidierung, so Penz.

Der Rat tagt ab 19 Uhr unter anderem zu diesem Thema öffentlich im Ratssaal.

Quelle: Wedel-Schulauer-Tageblatt 16.05.2019

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