Oliver Gabriel WEDEL-Schulauer-Tageblatt 25.05.2019

Bekenntnis zu Wedel Nord

 Die WSI ist mit ihrem Versuch, einen Planungsstopp für das Wohnungsbaugebiet Wedel Nord zu erwirken, gescheitert. Alle übrigen Fraktionen votierten Donnerstagabend im Rat gegen einen entsprechenden Antrag der Wählergemeinschaft.

Die Wedeler Sozialen hatten sich schon früh gegen das Mega-Projekt mit etwa 1000 neuen Wohnungen im Altstadtnorden ausgesprochen. Neben Negativ-Prognosen der fiskalischen Wirkungsanalyse zu Wedel Nord hatten sie neue finanzielle Belastungen durch die fällige Sanierung am Johann-Rist-Gymnasium sowie den beschlossenen Verzicht auf Straßenausbaubeiträge zum Anlass für ihren Vorstoß genommen. Zudem sei die Frage der Erschließung ungeklärt – seit Anfang des Jahres seitens des zuständigen Ministeriums hervorgehoben wurde, dass die geplante Nordumfahrung nicht zu diesem Zweck dienen dürfe. Wedel Nord würde die Stadt sozial, ökologisch und wirtschaftlich überfordern, so die WSI, die sich lediglich für ein kleines Neubaugebiet vornehmlich mit Geschosswohnungsbau an der Stelle aussprach.

Beitrag zur Entspannung des Wohnungsmarkts Ein solches Vorhaben wäre eine Neubauinsel ohne Weitblick für die Stadtentwicklung, konterte Kay Burmester (CDU). Seine Partei sehe Wedel Nord als große Chance für die Stadt. Das Projekt könne dazu beitragen, den in Wedel nicht funktionierenden Wohnungsmarkt mit den deutlichen Preissteigerungen auf ein normales Niveau zurückzuführen. Zumal der Bedarf an Wohnungen so groß sei, dass Verdichtungen und Wedel Nord zusammen ihn nicht decken könnten, so Martin Schumacher (FDP). Der WSI-Antrag leugne diesen Bedarf, verstärke vielmehr die Wohnungsknappheit und damit die Preise. Zudem seien in der Wirkungsanalyse mehrere Positiv-Faktoren nicht berücksichtigt, sagte Schumacher. Auch Partick Eichberger (Linke) konstatierte, die Zeichen der Zeit würden die Stadt quasi zur Umsetzung von Wedel Nord zwingen.

Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke hob auf die Nordumfahrung ab: Er halte es nach den jüngten Erkenntnissen für möglich, dass Wedel am Ende dieses Projekt beerdigen müsse, und es sei berechtigt, dabei auch die Frage nach Wedel Nord zu stellen. Dies jedoch tue die WSI nicht, sondern sie gebe bereits die Antwort: Wedel Nord sei tot, bis auf „eine kleine Beule“. Wuttke nannte dies „fahrlässig“, auch nach allen Investitionen in den Rahmenplan für das Projekt.

Dieser Rahmenplan sei noch nicht mal verabschiedet, die Frage der Kostenübernahme für die Umfahrung nicht geklärt, so SPD-Fraktionschefin Sophia Jacobs-Emeis. Es gebe zu viele offene Fragen, lautete ihre Begründung für den Antrag, das Thema in den Planungsausschuss zu verweisen. Auch das wurde abgelehnt.

Quelle: WST 25.05.2019

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