Wedel-Schulauer-Tageblatt 17.11.2019

Wedeler Sozialausschuss diskutierte über Hindernisse von Frauen in der Kommunalpolitik

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen, unterschiedliche Parteikulturen – im Wedeler Rathaus wurde am Dienstag besprochen, warum es Frauen im Politikbetrieb oft schwer haben.archiv

J.-Hendrik Hildebrandt WEDEL Der Anteil an Frauen in der Politik ist bundesweit rückläufig – auch in Wedel ist diese Entwicklung sowohl im Rat als auch im Kreistag auszumachen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, und Frauen vor allem auf kommunalpolitischer Ebene zu stärken, hat Wedels Gleichstellungsbeauftragte Magdalena Drexel am Dienstagabend im Sozialausschuss im Rahmen eines Vortrags Möglichkeiten vorgestellt, wie man das Problem in der Rolandstadt angehen könnte.

„Grundsätzlich gibt es für Frauen einige strukturelle Hindernisse, die es ihnen schwer machen, in der Politik Fuß zu fassen“, referiert die Gleichstellungsbeauftragte. Zum einen seien dies die „ziemlich unterschiedlichen Parteikulturen“, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aber auch die Strukturen in der Kommunalpolitik.

Um diese Probleme anzugehen, gab Drexel sogenannte Handlungsempfehlungen, die unter anderem die Stärkung der Frauen in den Parteien sowie mehr „Empowerment“, also Strategien und Maßnahmen, die den Grad an Selbstbestimmung erhöhen, und eine Modernisierung der Kommunalpolitik vorsehen.

Zudem lud sie alle Fraktionen zu einem Workshop ein, in dem sich ausschließlich mit dieser Thematik befasst werden soll, gab dabei jedoch auch zu bedenken: „Die Inhalte müssen von den Fraktionen abhängen, sie entscheiden, wo Schwerpunkte gesetzt werden müssen. Ziel ist es, dass wir am Ende konkrete Vorschläge haben, was konkret in Wedel verändert werden kann, um mehr Frauen in die Politik zu bringen.“

Dafür gab es Zustimmung aus den Fraktionen: „Eine tolle Umsetzung, wir als SPD-Fraktion sind ganz klar für einen Workshop. Man muss hinterfragen, wo die Hindernisse im Politikbetrieb liegen“, erklärte Heidi Keck.

Einen ähnlichen Tenor schlugen auch Gudrun Nagel (WSI) und Ausschusschef Julian Fresch ein, die die Inhalte des Vortrags lobend hervorhoben: „Wenn wir das zusammen angehen, sehe ich eine große Chance, dass wir etwas bewegen können“, sagtFresch.

WSI-Frau Nagel ging sogar noch einen Schritt weiter: „Es sind nicht nur Frauen, die vom Politikbetrieb abgeschreckt sind, sondern auch junge Menschen. Es muss sich etwas ändern.“

Quelle: WST 17.11.2019 Frauen im Politikbetrieb