B431: WSI fordert Zebrastreifen und Verkehrsinsel / An die Realisierung glaubt aber kaum einer

Wedel Schulauer Tageblatt 18.05.2021 von Oliver Gabriel

Seit Jahren wird von verschiedenen Seiten ein sicherer Überweg über die Mühlenstraße gefordert, um den Jörg-Balack-Weg (Mitte) und die Schulstraße zu verbinden. Die Umsetzung ist bislang schon an der Prüfung gescheitert.

Der Jugend- und der Seniorenbeirat haben sie bereits gefordert, der ADFC in den vergangenen Jahren gleich mehrfach, und auch bei den Ratsfraktionen taucht sie immer wieder auf der Agenda auf: Die sichere Querung des B 431-Abschnitts Mühlenstraße dort, wo Schulstraße und Jörg-Balack-Weg auf die Bundesstraße treffen, steht wieder im Raum. Dort hingestellt hat sie die WSI, die das Thema bereits 2017 und 2019 anschieben wollte – vergebens. Auch der Versuch, die Querung mit dem jüngsten Haushalt zu verabschieden, scheiterte.
Nun also ein neuer Anlauf – mit Nachdruck: kein Prüfauftrag, sondern die dezidierte Aufforderung, „die vor Ort vorhandenen räumlichen Möglichkeiten zu nutzen und an dieser Stelle einen sicheren Übergang über die Bundesstraße zu gestalten“. Ein Antrag, dem die Mehrheit letztlich zustimmen konnte. Wenn auch gleich von mehreren Seiten deutlich gemacht wurde, dass man wenig Hoffnung auf eine Realisierung hat.
„Wir müssen die Verkehrssituation endlich für schwächere Verkehrsteilnehmer verbessern“, forderte Angela Drewes, die den WSI-Vorsitzenden René Penz im Planungsausschuss beerbt hat. Erste Auswertungen der Öffentlichkeitsbeteiligung beim Mobilitätskonzept hätten gezeigt, dass mehr für Fußgänger und Radfahrer getan werden müsse. Die Befestigung des Balack-Wegs sei begrüßenswert, da er nun vor allem von Schülern vernünftig genutzt werden könne. „Oft wird in Wedel das Thema Ausbau aber nicht zuende gedacht“, meint Drewes.
Die früheren Verweise der Verwaltung auf die Ampelquerung weiter östlich am Mühlenstraßenausgang ließ die WSI-Frau nicht gelten: „Die Realität sieht anders aus“, so Drewes’ Beobachtung. Und die B 431 direkt zu überqueren, bleibe trotz Tempo 30 nicht zuletzt wegen der abschüssigen, kurvigen Straße gefährlich. Was ihrer Fraktion vorschwebe, sei keine weitere Ampel, sondern ein Zebrastreifen mit Verkehrsinsel. Platz dafür ließe sich gewinnen, indem man einen Teil des Caudry-Platzes am Mühlenteich dafür zurückbaut, so die WSI-Idee. Geld soll aus dem Radwege-Etat kommen, der bereits 2020 zwar auf 200 000 Euro erhöht worden sei, aber nicht zur Verbesserung des Radverkehrs beigetragen habe.
Grundsätzlich gingen Grüne, SPD und FDP bei dem Vorstoß mit – genug für eine Mehrheit im Fachausschuss. Allerdings war der Tenor der Zustimmung überall sehr ähnlich. Bei Manfred Eichhorn (SPD) klang das so: „Wir sind alle unbefriedigt und möchten etwas an dieser Stelle ändern, aber bisher wurde keine Lösung gefunden. Wir stimmen zu in der Hoffnung, dass nun etwas passiert – aber die ist gering.“
Vielmehr kenne man mit hoher Wahrscheinlichkeit die Antwort der Verwaltung beziehungsweise des Bürgermeisters als Untere Verkehrsbehörde, so Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke. Diese werde zum einen lauten, dass es nicht funktioniert und zum anderen werde erneut auf die Ampel in 185 Metern Entfernung verwiesen. „Trotzdem: Dieses Brett werden wir bohren“, bekräftigte Wuttke, allerdings mit dem Hinweis, dass seine Fraktion eine Verkehrsinsel für keine gute Idee halte, sondern nur für Zebrastreifen plädiere.
„Auch wir werden vor allem zustimmen, um zu dokumentieren, dass wie eine Lösung finden müssen“, sagte Martin Schumacher (FDP). Auch er zeigte sich skeptisch bezüglich einer Verkehrsinsel. Der Liberale regte stattdessen die Prüfung einer weiteren Ampel an, die direkt mit besagter Anlage 185 Meter weiter am Mühlenstraßenausgang gekoppelt werden könnte, um den Verkehrsfluss weiter zu gewährleisten.
Für die Linke erinnerte Patrick Eichberger an eine gescheiterte Anfrage seiner Fraktion in eben dieser Angelegenheit und konstatierte: „Ich glaube nicht, dass es dort viele Möglichkeiten gibt.“ Jörg Keller (CDU) dagegen wurde deutlich: „Es ist Quatsch, alles um Menschen, die Verkehrsregeln nicht befolgen, herumzubauen. Warten wir das Mobilitätskonzept ab.“

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