WEDEL B431
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Seit Jahrzehnten wird in Wedel das Thema „Umgehungsstraße“ diskutiert. Auch in der laufenden Wahlperiode hat die Diskussion um eine Nordumfahrung wieder zu hitzigen Debatten geführt. Zunehmend spielt in diesem Zusammenhang die von einigen Seiten geplante erhebliche Erweiterung Wedels im sogenannten Plangebiet Wedel Nord eine Rolle.

Die WSI bezweifelt, dass es auf absehbare Zeit zu einer Realisierung einer Umfahrung unserer Stadt kommt. Klar ist, dass eine Umfahrung aus überwiegend städtischen Mitteln nicht zu finanzieren ist. Erhebliche Planungsmittel  aufzuwenden, ohne dass die damit erstellten Planungsunterlagen eine realistische Chance auf eine Umsetzung haben, ist von daher mit einer seriösen Haushaltspolitik nicht zu vereinbaren.

Da die WSI eine Erweiterung der Stadt in der bisher diskutierten Größe von Wedel Nord ablehnt, wäre es auch falsch zu versprechen, dass irgendein Investor die Kosten der Umfahrung als Erschließungsstraße übernimmt. Dies gilt insbesondere dann, wenn man wie die WSI überwiegend bezahlbaren Wohnraum errichten will.

Ob eine Nordumfahrung tatsächlich zu einer spürbaren verkehrlichen Entlastung führt, ist zweifelhaft. Man bedenke unter anderem, dass es keine Zusagen der Bahn für eine sinnvolle Lösung des Problems des Bahnübergangs im Autal gibt.

Verkehrsströme nur zu verlagern ist keine Verkehrspolitik mit Zukunftscharakter.

Auch wir erkennen die schwierige Verkehrssituation in Wedel und suchen nach praktikableren Lösungen. Wir stellen uns aber auch die Frage: Wie wollen wir zukünftig leben? Klimawandel und steigende Mobilitätsansprüche üben vielerorts zunehmenden Druck auf die Zukunft des Verkehrs in Städten aus. Unsere Verkehrssysteme werden sich in den nächsten Jahren stark verändern müssen. Durch Kooperationen in der Automobilindustrie wandelt sich die Idee vom Besitz eines Autos zum Konzept von Mobilität als Dienstleistung. Als Förderer dieser Veränderungsprozesse möchten wir die Stadt Wedel zu einem Leuchtturm zukunftsfähiger städtischer Mobilitätskonzepte machen.

Unsere Weichen stehen auf Verkehrsvermeidung, kurze Wege, ausgebaute Fahrrad- und Fußgängernetze, intelligente Straßenführung, geteilte Mobilität sowie auf einem starken ÖPNV.

Wir schlagen vor, einen Stadtbus in Wedel zu etablieren. Darüber hinaus werden wir uns um zusätzliche Lösungen wie geteilte Mobilität und Car-to-Go-Leihsysteme für Wedel kümmern.

Gemeinsam mit Fußgängern und Radfahrern werden wir uns die Schwächen in unserem Verkehrswegenetz ansehen und bessere Lösungen entwickeln.

Ziel wird es sein, den innerstädtischen Individualverkehr durch intelligente Lösungen zu verringern und Wedels Straßen zu entlasten.

Ein Verkehrszukunfts-Projekt muss Visionen und Konzepte erarbeiten, wie diese Ziele erreicht werden können.